GESCHICHTLICHES
Die ältesten Zeugnisse über das Backen stammen aus Ägypten, wo Brot und Feingebäck einen hohen Stellenwert hatten. Es gab fünfzig bis sechzig verschiedene Sorten. Von den Priestern wurde Gebildgebäck (dieses hatte die Form von Kühen, Blumen, Nilpferden und anderen Tieren) zu kultischen Zwecken verwendet und als Opfergaben dargebracht. Verschiedene Gebäcksorten dienten auch als Grabbeigaben, die man den Toten für ihre lange Reise ins Jenseits ins Grab gab. Während die Ägypter die Backwaren noch auf heissen Steinen oder in heisser Asche backten, wurden diese in Babylon bereits um 5800 v. Chr. in einem Backofen hergestellt.
Auch im alten Griechenland galt das Gebäck als Gottesgabe. Das Backen hatten die Griechen von den Völkern jenseits des Mittelmeeres gelernt. Sie verfeinerten die bis dahin bekannten Gebäcke und stellten um 200 v. Chr. aus Weizenmehl, Honig, Milch, Butter, Mandeln und Feigen bereits über siebzig Feingebäcksorten her.
Von Griechenland gelangte die Kunst des Backens nach Rom. Noch bis lange nach der Zeitenwende galten dort die Konditoren und Bäcker griechischer Abstammung als die besten. Bereits im ersten Jahrhundert nach Christus gab es in Rom über 300 Bäckereien, zum Teil Grossbetriebe, die täglich 30 Tonnen Getreide vermahlten und verarbeiteten. Konditoren und Zuckerbäcker waren gesuchte und gut bezahlte Leute. Etliche Rezepte aus der Zeit Neros sind überliefert. Unter anderem stellten die Römer so etwas wie Zwieback her, das bei Kriegszügen als Proviant diente und somit als Vorläufer der Militärbiscuits der Schweizer Armee betrachtet werden kann. Vom lateinischen Namen für dieses Gebäck, panis biscotum, das zweifach gebackene Brot, leitet sich sehr wahrscheinlich auch der Begriff „Biscuits“ ab. Durch die Kriegszüge der Römer kamen dann auch die Europäer nördlich der Alpen erstmals mit Feingebäck in Kontakt. Als später überall in Europa Klöster zur Christianisierung der verschiedenen Völkerstämme entstanden, waren es die Mönche, welche die römische Backtradition aufnahmen und weiterführten. Viele Gebäcke wurden für bestimmte Feste gebacken. So wurden Zöpfe, Bretzel, Hörnchen und Kipferl speziell für Allerseelen produziert. Auch die Lebkuchen wurden erstmals von den Mönchen hergestellt. Mit der Zeit entstanden auch ausserhalb der Klöster viele Bäckereien. Industriell konnten die Dauerbackwaren allerdings erst nach der Erfindung der Dampfmaschine um 1765 hergestellt werden.
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