KURZE GESCHICHTE DER SCHWEIZERISCHEN DAUERBACKWAREN-INDUSTRIE
Die älteste Biscuitsfabrik der Schweiz, die Amor AG in Bern, wurde 1857 gegründet. Ihr folgten in den Sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts die Firmen Schnebli, Dr. Wander und Schätti. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg kam der Biscuitsindustrie in der Schweiz ein beachtlicher Stellenwert zu. An ihrer Spitze standen damals die Firmen Anglo-Swiss, Pernot und Schnebli. Die Biscuitsindustrie war in erster Linie eine Exportindustrie und führte bedeutende Mengen Backwaren ins Ausland aus.
1914, vor der Fusion mit dem Verband der Zuckerwarenfabrikanten, zählte der Verband schweizerischer Biscuits- und Waffelproduzenten 18 Mitglied-Firmen. Zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg entstand ein grosser Preis- und Konkurrenzkampf, der sich während des Zweiten Weltkriegs abschwächte. 1948 entbrannte der Preiskampf aber umso stärker, und viele kleinere Firmen konnten nicht mehr überleben. Im Jahr 1947 wurden rund 7'000 Tonnen Dauerbackwaren produziert. Der Koreakrieg und das agrarpolitisch motivierte künstliche Hochhalten des Preises einiger Rohstoffe wie Zucker und Mehl führten 1950 zu deren Verknappung und Verteuerung.
In den Fünfziger Jahren machten die Fabriken grosse technische Entwicklungen durch und der Umsatz bei den Dauerbackwaren dehnte sich stark aus. Gleichzeitig nahm jedoch der Import von Dauerbackwaren, vor allem aus Frankreich, massiv zu. Um 1960 führten verstärkte Konzentrationstendenzen in der Branche zum Ausscheiden verschiedener kleinerer und mittlerer Firmen. 1963 stellten rund 45 Firmen über 23'000 Tonnen Dauerbackwaren her und der Pro-Kopf-Konsum betrug 4 kg. Heute, vierzig Jahre später, produzieren rund halb so viele Firmen gut doppelt so viele Dauerbackwaren (rund 48'000 Tonnen), und der jährliche Pro-Kopf-Konsum stieg in diesem Zeitraum auf 6,8 kg.
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