VERBANDSGESCHICHTE
Gründungsjahr
| 1885-1895 | In der Schweiz entsteht eine stattliche Zahl von Confiseriefabriken. Bald ist die Produktion grösser als der Konsum, was einen scharfen Konkurrenzkampf und einen Zerfall der Preise zur Folge hat. 1892 scheitert der erste Versuch einer Preisabsprache zwischen den Fabrikanten.
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| 1895-1905 | Die Preise, von bedeutenden Abnehmern diktiert, sinken immer weiter. Die Qualität der Produkte wird zusehends schlechter und die Dauerbackwaren- und Zuckerwarenindustrie verlieren an Ansehen.
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| 1905-1910 | Die Gründung von Verbänden verbessert die Stellung der einzelnen Dauerbackwaren- und Zuckerwarenhersteller deutlich: 1905 wird der „Verband schweizerischer Zuckerwarenfabrikanten“ und 1907 der „Verband schweizerischer Biscuits- und Waffeln-Fabrikanten“ gegründet. 1906 wird das Lebensmittelgesetz erlassen und 1909 die dazugehörende Verordnung in Kraft gesetzt. Beide Erlasse bewirken, dass Zuckerwaren und Dauerbackwaren mit der Bezeichnung „Schweizer Fabrikat“ bald wieder als Qualitätsprodukte Anerkennung finden. |
| 1910-1914 | Wichtige Zielsetzungen der beiden Verbände sind die „Festsetzung verbindlicher Minimalpreise und die Bekämpfung unrationeller Verkaufspreise“. Zur Erhöhung der Bedeutung gegenüber Abnehmern und Behörden sowie im Hinblick auf den gemeinsamen Ankauf von Rohmaterialien beschliessen die beiden Organisationen am 29. Dezember 1913 die Fusion. Am 25. Juni 1914 wird in Bern der „Verband schweizerischer Biscuits- und Zuckerwarenfabrikanten“ in der Rechtsform einer Genossenschaft gegründet.
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Kriegs- und Krisenzeit
| 1914-1918 | Am 30. Juli 1914 bricht der Erste Weltkrieg aus. Dessen Auswirkungen stellen den neuen Verband vor eine Bewährungsprobe und führen rasch zu einem engeren Zusammenschluss zwischen den Mitglied-Firmen. Die bisher stark exportorientierte Branche ist gezwungen, sich auf die Belieferung des Inlandmarktes umzustellen und gemeinsam mit den Behörden die Versorgung mit den notwendigen Rohstoffen sicherzustellen. |
| 1919-1939 | Am 15. August 1922 erscheint die erste Ausgabe des monatlich herauskommenden Verbandsorgans. Mit der Öffnung der Grenzen für Rohstoffe verschärft sich der Kampf um inländische Marktanteile erneut. Anlässlich vieler Verbandssitzungen werden „vernünftige“ Verkaufspreise und „angemessene“ Konditionen beschlossen. Dank grossem Engagement von Herstellern und Verband kann die Krisenzeit der Dreissiger Jahre schadlos überstanden werden. An der Landesausstellung von 1939 in Zürich nehmen 22 Verbandsmitglieder an einem Gemeinschaftsstand teil.
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| 1939-1945 | Im Zweiten Weltkrieg gilt die Hauptsorge der Backwaren- und Zuckerwarenhersteller wiederum der Beschaffung von Roh- und Zusatzstoffen, die einer strengen Rationierung unterliegen. Behördliche Vorschriften engen die unternehmerische Freiheit zusehends ein. Preiserhöhungen bedürfen der Genehmigung durch die Preiskontrolle. Auf den Packungen wird die Preis- und Gewichtsdeklaration obligatorisch. 1941 wird der Verband in „Verband Schweizerischer Biscuits- und Confiseriefabrikanten“ und 1944 in „Schweizerischer Verband der Biscuits- und Confiseriefabrikanten“ umgetauft.
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Gemeinschaftswerke und Konventionen
| 1946-1956 | 1948 treten neue „Biscuits- und Confiserie-Konventionen“ in Kraft. Diese enthalten Vorgaben über Verkaufspreise, Rabatte, Umsatzrückvergütungen usw. Mit 75 Mitgliedern weist der Verband die höchste Mitgliederzahl der Verbandsgeschichte auf. 1951 wird die Genossenschaft „Schweizerischer Verband der Biscuits- und Confiseriefabrikanten“ aufgelöst und der Verband „BISCOFA, Schweizerischer Verband der Biscuits- und Confiseriefabrikanten“ mit der Rechtsform eines Vereins gegründet.
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| 1957 | Beginn der bis 1964 dauernden Verkaufshilfeaktionen durch gemeinsame Biscofa-Selbstbedienungs-Gestelle („BISCOFA-Gondeln“) in den Läden. Der vom BIGA anerkannte Beruf des „Bonbonmachers“ wird eingeführt.
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| 1960 | Gründung eines gemeinsamen Fabrikationsbetriebes „Kaugummi AG“ sowie Gründung der Exportgemeinschaft „Biscoswiss AG“ in Aarau.
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| 1973 | Mit einer Statutenrevision werden alle Bestimmungen, die sich auf Wettbewerbsabsprachen beziehen, ersatzlos aufgehoben.
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Fusionen, Gesetze, Aussenhandel
| ab 1973 | Das "Lädelisterben" und die zunehmende Bedeutung der Grossverteiler fördern Fusionen von Industriebetrieben. Beschleunigt wird dieser Trend durch den wachsenden Aussenhandel und die Entstehung multinationaler Märkte. Diesen erweiterten Absatzmöglichkeiten stehen verschärfte Gesetzesbestimmungen, geänderte Verbrauchererwartungen, höhere Ansprüche des Handels sowie agrar- und konsumentenpolitisch begründete Einschränkungen im In- und Ausland gegenüber. |
| 1975 | Das Bundesgesetz über die Ein- und Ausfuhr von Erzeugnissen aus Landwirtschaftsprodukten wird angenommen. |
| 1976 | Zusammen mit sechs weiteren Branchenverbänden gründet BISCOFA die „Konferenz der schweizerischen Nahrungsmittelindustrie“ (ab 1986: FIAL, Foederation der Schweiz. Nahrungsmittel-Industrien). |
| 1978 | Der Beruf „Lebensmitteltechnologe, Fachrichtung Backwaren“ wird eingeführt. |
| 1985 | Die Geschäftsstellen von CHOCOSUISSE (Verband Schweizerischer Schokoladefabrikanten) und BISCOFA werden vereinigt. Beiden Verbänden steht ein gemeinsamer neutraler Präsident vor. |
| 1989 | Der 46 Mitglied-Firmen zählende Branchenverband BISCOFA feiert am 8. September 1989 sein 75-jähriges Bestehen. Als neue Kommunikationsmittel für Dauerbackwaren und Zuckerwaren werden die Faltprospekte "Biscorama" und "Bonbonrama" in deutscher und französischer Sprache realisiert. |
| 1992 | Die BISCOFA wird assoziiertes Mitglied des europäischen Süsswarenverbandes Caobisco mit Beobachterstatus und erschliesst sich so trotz des EWR-Neins eine wertvolle Informationsquelle sowie eine gewisse Einflussmöglichkeit. |
| 1993 | Bei stagnierendem oder gar rückläufigem Inlandabsatz und zunehmenden Importen werden die Exportaktivitäten immer wichtiger. Diese werden jedoch durch die Verabschiedung der Uruguay-Runde des GATT wegen dem darin vorgeschriebenen Abbau der Exporterstattungen erschwert. |
| 1995 | Das GATT/WTO-Abkommen tritt in Kraft. Als Folge davon müssen Importabschöpfungen und Exporterstattungen abgebaut werden. Ebenfalls in Kraft tritt das neue Lebensmittelgesetz mit den zugehörigen Verordnungen. Das neue schweizerische Lebensmittelrecht ist weitgehend auf dasjenige der EU abgestimmt. |
| 1999 | Die Verbandsbezeichnung wird in „BISCOSUISSE – Schweizerischer Verband der Backwaren- und Zuckerwaren-Industrie“ geändert. BISCOSUISSE und CHOCOSUISSE realisieren zur Umsetzung der EKAS-Richtlinie über den Beizug von Arbeitsärzten und anderen Spezialisten der Arbeitssicherheit gemeinsam die Branchenlösung „Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz für die Schokolade-, Backwaren- und Zuckerwaren-Industrie“. Rund 45 Mitglied-Firmen beider Verbände schliessen sich der Branchenlösung an.
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